Ovidiu Cernăuțeanu

Ovi beim Eurovision Song Contest 2014
Ovi beim Eurovision Song Contest 2014
Chart­plat­zie­rungen
Erklärung der Daten
Singles[1]
Playing with Fire (mit Paula Seling)
 CH5113.06.2010(1 Wo.)

Ovidiu „Ovi“ Cernăuțeanu (* 23. August 1974 in Botoșani), auch unter den Namen Ovi Martin, Ovidiu Jacobsen oder Bill Martin bekannt,[2] ist ein rumänisch-norwegischer Sänger und Komponist, der 2010 und 2014 gemeinsam mit der Sängerin Paula Seling für Rumänien am Eurovision Song Contest teilnahm.

Biografie

Frühe Karriere

Ovidiu Cernăuțeanu wurde im Nordosten Rumäniens geboren. Bereits als Kind fand er Gefallen an der Musik und gewann im Alter von 14 Jahren den rumänischen Gesangswettbewerb Florile Dragostei. Daraufhin sammelte er Erfahrung in verschiedenen Bands unter anderem gemeinsam mit seinem Vater und seinem früheren Musiklehrer.

Anfang der 1990er Jahre schlug die illegale Einreise nach Deutschland mit einem Freund fehl, mit dem Cernăuțeanu ein Demoband aufgenommen hatte. Im Alter von 18 Jahren reiste er dann mit seinen Bandkollegen nach Tokio. Nach einem Jahr in Japan folgte er einem beruflichen Angebot nach Norwegen, wo er auch heiratete und unter dem Namen Ovidiu Jacobsen die norwegische Staatsangehörigkeit erhielt. In Anlehnung an Billy Joel verdiente er sich unter dem Künstlernamen Bill Martin lange Zeit als Klavierspieler in norwegischen und dänischen Bars seinen Lebensunterhalt.

Eurovision Song Contest

Paula Seling & Ovi (2014)

Später veröffentlichte Cernăuțeanu in Grönland gemeinsam mit dem dänischen Musikproduzenten Morten Stjernholm mit Nanu Disco ein Dance-Album. 2006 nahm er unter dem Künstlernamen Ovi Martin am norwegischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest in Athen teil, dem Melodi Grand Prix. Mit dem von Even Olsen geschriebenen englischsprachigen Song The Better Side of Me schied er jedoch bereits in der Vorrunde aus. Im selben Jahr zerschlug sich laut eigenen Angaben eine Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Musikproduzenten Preston Glass.[3]

Anfang Februar 2009 veröffentlichte Cernăuțeanu mit This Gig Almost Got Me Killed sein erstes Album. Wenige Wochen später nahm er ein zweites Mal am norwegischen Melodi Grand Prix teil. Mit dem von Simone Larsen getexteten und komponierten Beitrag Seven Seconds (das mit dem gleichnamigen Welthit 7 Seconds von Youssou N’Dour und Neneh Cherry von 1994 nichts zu tun hat) gelangte er bis ins Finale, konnte sich aber beim Sieg des späteren ESC-Gewinners Alexander Rybak nicht unter die ersten Vier platzieren.

Paula Seling & Ovi (2014) in Kopenhagen

Nach der erneuten Niederlage beim norwegischen ESC-Vorentscheid reiste Cernăuțeanu in seine Heimat Rumänien, wo er im September 2009 am bekannten Musikfestival „Goldener Hirsch“ in Brașov teilnahm. Dort belegte er einen dritten Platz und gewann den Publikumspreis. In Brașov traf Cernăuțeanu auch auf die rumänische Sängerin Paula Seling, die bei der Veranstaltung als Jurorin fungierte und selbst mehrfach in der Vergangenheit erfolglos an der rumänischen ESC-Vorentscheidung teilgenommen hatte. Aus der Bekanntschaft entwickelte sich eine gemeinsame Zusammenarbeit, die in den Song Playing With Fire mündete. Mit der von Cernăuțeanu geschriebenen und komponierten englischsprachigen Klavier- und Gesangsnummer traten er und Seling Anfang März 2010 als Duo Paula Seling & Ovi beim rumänischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest an, der Selecția Națională. Die beiden konnten sowohl die Jury- als auch Telefonabstimmung für sich entscheiden und setzten sich gegen 15 weitere Kandidaten durch. Damit vertraten sie Rumänien beim 55. Eurovision Song Contest am 27. Mai 2010 in Oslo im zweiten Halbfinale. Sie schafften den Einzug in das zwei Tage später stattfindende Finale, wo sie hinter Lena aus Deutschland und der türkischen Band maNga den dritten Platz belegten.[4]

Nach dem Sieg beim rumänischen Vorentscheid begannen Cernăuțeanu und Seling Ende März 2010 eine Promotion-Tour, die die beiden bis zu ihrem ESC-Auftritt in Oslo unter anderem durch Moldawien, Belgien, Österreich, Portugal und Griechenland führen soll. Das Musikvideo für Playing With Fire entstand zu großen Teilen in der rumänischen Region Siebenbürgen.

2014 vertrat er erneut zusammen mit Paula Seling Rumänien beim Eurovision Song Contest, diesmal mit dem Lied Miracle. Sie belegten im Finale den zwölften Platz.

Privates

Ovidiu Cernăuțeanu ist Vater zweier Söhne.[3]

Diskografie

Alben

  • This Gig Almost Got Me Killed (2009)
  • A Bit of Pop Won’t Hurt Anyone (2014)
Commons: Ovidiu Cernăuțeanu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Offizielle Webpräsenz (englisch)
  • Profil. eurovision.de (deutsch)
  • Meet Paula & Ovi from Romania. eurovisionfamily.tv, 21. März 2010 (englisch)
  • Profil. eurovision.tv (englisch)

Einzelnachweise

  1. Charts CH
  2. Profil. eurovision.de; abgerufen am 1. April 2010
  3. a b Interview. stiri.botosani.ro, 7. März 2009 (rumänisch); abgerufen am 1. April 2010
  4. Andreas Schacht: Germany Wins Eurovision Song Contest! eurovision.tv, 30. Mai 2010; abgerufen am 30. Mai 2010

1994: Dan Bittman || 1998: Mălina Olinescu || 2000: Taxi || 2002: Monica Anghel & Marcel Pavel | 2003: Nicola | 2004: Sanda Ladoși | 2005: Luminița Anghel & Sistem | 2006: Mihai Trăistariu | 2007: Todomondo | 2008: Nico & Vlad Miriță | 2009: Elena Gheorghe | 2010: Paula Seling & Ovi | 2011: Hotel FM | 2012: Mandinga | 2013: Cezar | 2014: Paula Seling & Ovi | 2015: Voltaj || 2017: Ilinca feat. Alex Florea | 2018: The Humans | 2019: Ester Peony | 2020: Roxen | 2021: Roxen | 2022: WRS | 2023: Theodor Andrei

Konnte sich nicht qualifizieren/Disqualifikation:
1993: Dida Drăgan (NQ) | 1996: Monica Anghel & Sincron (NQ) | 2016: Ovidiu Anton (Disq.)

Gewinner: OsterreichÖsterreich Conchita Wurst
2. Platz: NiederlandeNiederlande The Common Linnets • 3. Platz: SchwedenSchweden Sanna Nielsen

Armenien Aram Mp3 • Aserbaidschan Dilarə Kazımova • Belarus Teo • Danemark Basim • Deutschland Elaiza • Finnland Softengine • FrankreichFrankreich TWIN TWIN • Griechenland Freaky Fortune feat. Riskykidd • Island Pollapönk • ItalienItalien Emma Marrone • Malta Firelight • Montenegro Sergej Ćetković • Norwegen Carl Espen • Polen Donatan & Cleo • Rumänien Paula Seling & Ovi • RusslandRussland Tolmatschowa-Schwestern • San Marino Valentina Monetta • Schweiz Sebalter • Slowenien Tinkara Kovač • SpanienSpanien Ruth Lorenzo • UkraineUkraine Marija Jaremtschuk • Ungarn András Kállay-Saunders • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Molly

In einem der beiden Halbfinale ausgeschieden:
Albanien Hersi • Belgien Axel Hirsoux • Estland Tanja • Georgien The Shin & Mariko • Irland Can-Linn feat. Kasey Smith • Israel Mei Feingold • Lettland Aarzemnieki • Litauen Vilija Matačiūnaitė • Mazedonien 1995 Tijana Dapčević • Moldau Republik Cristina Scarlat • Portugal Suzy

Gewinner: Deutschland Lena
2. Platz: Turkei maNga • 3. Platz: Rumänien Paula Seling & Ovi

Albanien Juliana Pasha • Armenien Eva Rivas • Aserbaidschan Safura • Belarus 3+2 ft. Robert Wells • Belgien Tom Dice • Bosnien und Herzegowina Vukašin Brajić • Danemark Chanée & N’Evergreen • FrankreichFrankreich Jessy Matador • Georgien Sofia Nizharadze • Griechenland Giorgos Alkeos & Friends • Irland Niamh Kavanagh • Island Hera Björk • Israel Harel Skaat • Moldau Republik SunStroke Project & Olia Tira • Norwegen Didrik Solli-Tangen • Portugal Filipa Azevedo • RusslandRussland Peter Nalitsch & Friends (MKPN) • Serbien Milan Stanković • SpanienSpanien Daniel Diges • UkraineUkraine Alyosha • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Josh • Zypern Republik Jon Lilygreen & The Islanders

In einem der beiden Halbfinale ausgeschieden:
Bulgarien Miro • Estland Malcolm Lincoln & Manpower 4 • Finnland Kuunkuiskaajat • Kroatien Feminnem • Lettland Aisha • Litauen InCulto • Malta Thea Garrett • Mazedonien 1995 Gjoko Taneski • NiederlandeNiederlande Sieneke • Polen Marcin Mroziński • SchwedenSchweden Anna Bergendahl • Schweiz Michael von der Heide • Slowakei Kristina • Slowenien Roka Žlindre & Kalamari

Personendaten
NAME Cernăuțeanu, Ovidiu
ALTERNATIVNAMEN Ovi (Künstlername); Martin, Ovi (Künstlername); Martin, Bill (Künstlername); Jacobsen, Ovidiu (wirklicher Name)
KURZBESCHREIBUNG rumänisch-norwegischer Sänger und Komponist
GEBURTSDATUM 23. August 1974
GEBURTSORT Botoșani